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Geheimnisse einer japanischen Kirche

Die Rakusei Kirche ist eine der inspirierendsten Kirchen die ich je in Japan gesehen habe. Sie hat junge, mittlere und alte Mitglieder und viele neue Christen. Ich habe vier Monate im Jahr 2008 dort verbracht, dies als Teil meiner Orientierungsperiode als neue WEC-Missionarin in Japan. Ich genoss die Gemeinschaft mit den 10 Kids und 30 Erwachsenen die Teil dieser Kirche sind und ich konnte aus erster Hand erfahren, wie eine Kirche hier in Japan operiert, was ihre Evangelisationsmethoden sind und wie sie als Grossfamilie zusammenleben.

Eines der Geheimnisse der Rakusei Kirche ist der Gospelchor, der stets mitte Woche statt findet. Leute suchen im internet nach "gospel choirs in Kyoto" und finden dann ganz leicht Rakusai. Seit Filmen wie Sister Act oder African-American, ist Gospelmusik der Renner hier in Japan. Das andere Geheimniss ist der Pastor und seine Frau, welche beide sehr gut mit Leuten im gleichen Alter umgehen können- sie sind ende 30, haben einen fröhlichen Lebensstil und geben den Leuten Freiraum. So sind die Leute gerne um sie herum, mich eingeschlossen! Der Pastor wohnt einer "Generation X"-Versammlung, ein Mal im Monat bei um Ideen von anderen Pastoren im ähnlichen Alter aus zu tauschen.

Die Kirche wurde vor 39 Jahren gegründet von einer deutschen Missionarin namens Gisela Wind. Ein örtlicher Coiffeur war interessiert mit ihr zusammen die Bibel zu lesen und wurde ebenfalls Christ. Sie starteten einen Haustreff im Obergeschoss des Coiffeursalons; die Eltern, Brüder, sowie die Schwiegertochter des Coiffeurs kamen zum Glauben an Jesus Christus. Sie sind alle immernoch Teil der Kirche, strahlen Freude aus und sind fest im Glauben.

Nach den ersten zwei deutschen Missionaren waren noch zwei weitere vor Ort um die Kirche zu leiten, gefolgt von einem japanischen Pastor. Nach ihm ging die Leitung wieder auf Ausländer zurück: Patrick und Sarah McElligott von WEC UK. Diese wurden "berühmt"- Patrick unterrichtete an diversen Schulen, sprach zu PTA Gruppen und war mit der Erziehung mit seiner Kinder beschäftigt. Die Kirche erlebte ein immenses Wachstum und zwei der heutigen Gemeindeleitern wurden durch das Zeugnis der McElligott's bekehrt. Davon berichten sie heute noch. Nach diesem Hoch kam jedoch ein Tief. Der Nächste Pastor hatte mit vielem zu kämpfen, als sich die Kirche aufspaltete und Leute weg gingen. Als er von seinem Dienst zurücktrat, übernahm Takuya Okumura das Amt. Er sagte:"Ich verstehe nicht wie eine Kirche aufwächst, aber ich weiss ich liebe Jesus und ich will ihm und seiner Kirche dienen."

Seit seiner Übernahme vor sieben Jahren hat Pastor Okumura jährlich im Durchschnitt zweu neue Christen getauft. Bei der Mitgliderzusammensetzung gibt es immer wieder Wechsel, vielleicht gerade weil die Kirche an der Zuglinie Kyoto-Osaka liegt. Auch haben einige der älteren Mitglieder die Kirche verlassen, als sich die Atmosphäre und die "Arbeitsweise" wechselte. So hat Mitgliederzahl trotz den neu getauften weder gross zu- noch abgenommen.

Dennoch hat sich einiges getan: Die Zahl der Sonntagsgottesdienste ist auf vier angestiegen um Leuten mit verschiedenen Stundenplänen ein Beiwohnen zu ermöglichen und im letzten Jahr wurde auch ein neues Gebäude gebaut, dessen beleuchtetes Kreuz von Zug aus sichtbar ist.
Im September 2008 startete ein Gottesdienst mit modernem Worshipsongs. Pastor Okumura sagt zu dieser Umsetzung seiner Idee:"In diesen Gottesdiensten werden wir zeitgemässe Lieder in englisch und manchmal japanisch singen. Die Leute können besser vor Gott kommen wenn sie nicht japanisch singen. Dies gilt wenigstens für die neuen Lieder. Das junge Japan mag keine Religion und singen auf japanisch kling nun mal religiös. Mein Ziel ist es, dass Leute leidenschaftlich anbeten können. Und zur Zeit ermöglicht dies ein allgemeingültiger Gottesdienst eben nicht. Aber es beschäftigt mich, ob wir die Kirche geeint führen können, indem wir mehr Vielfallt anstreben."

Ein anderer natürlicher Aspekt ist dieser, dass viele der Kirchenmitglieder geschieden sind. Es kam, dass viele der neuen "Singles" nach der Scheidung anfingen zur Kirche zu gehen. Sie machten diesen Schritt aus der Einsamkeit um in der Gemeinschaft Akzeptanz, Familie und neues Leben zu finden.
Bei dem was jedoch nötig ist, sich selber finanziell über Wasser zu halten und aus Gründer der japanischen Arbeitsmoral, bleibt an Werktagen wenig Zeit für Bibelgruppentreffen oder Ähnliches.
Deshalb verbringen dann aber viele den ganzen Sonntag in der Kirche. Man isst zusammen zu Mittag, studiert die Bibel oder unternimmt sonst etwas am Nachmittag (wie zum Beispiel Schmuckbasteln). Es besteht zwar immernoch ein Mangel an Familienmodellen für Kirchen aber es besteht sicherlich ein Zusammengehörigkeitsgefühl zwischen alt und jung in der Kirche, alle mit Gott als ihren gemeinsamen Vater.

Die Rakusei Kirche hat auch eine Missionarin ausgesandt; in die Mongolei mit WEC. Es wird für sie gebetet, der Pastor reiste schon in die Mongolei um sie zu besuchen und die Kirche unterhält einen "Flughafen-Abholdienst" für sie. Genial!